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Biografien

Catharina van Lierd

1636 – 1710

Frau-van-Lierd-Hof, Fürth/Bay.

Ermutigend, wie gegenseitige Wertschätzung zwischen Einheimischen und Zugezogenen gelingen kann, so dass heute niemand mehr auf die Idee der Fremdheit käme:

Catharina van Lierd (1636-1710) aus Frankfurt gehörte in Fürth zur Minderheit der reformierten Christen. Sie war  in zweiter Ehe mit dem damaligen Bürgermeister (des katholisch-dompröbstlichen Teils Fürth) van Lierd verheiratet (der aus den Niederlanden stammte).
Sehr viel mehr Fremdheit ging damals schon fast nicht mehr!

Sie und ihr Mann waren sehr stark sozial engagiert, finanziell großzügig und förderten die Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten. Auch den Nürnberger „Pegnesischen Blumenorden“ unterstützten sie.

Im Volksmund wurde Frau van Lierd häufig auch die gütige Fee genannt. Und über ihren Hof sprechen die Fürther bis heute nicht distanziert vom „Frau-van-Lierd-Hof“, sondern gut Fürtherisch vom „Fraveliershuf“.

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Die Schwestern Balbierer

Elisabeth Kunigunde Balbierer (02.08.1804 – 25.12.1868)
Margarete Rosine Elisabeth Balbierer (30.04.1806 – 20.01.1869) und deren Halbschwester Magdalena Geck, genannt Balbierer (24.01.1799 – 26.01.1874)

Balbiererstraße, Fürth/Bay.

Auch diese, lebenslang unverheirateten, Schwestern unterstützten Bedürftige und gründeten verschiedene Stiftungen.
Neben vielen Anderen unterstützten sie die „Kleinkinderbewahranstalt des Pfarrers Lehmus“, einen der ersten Kindergärten Deutschlands.
Nach dem Tod der Schwestern wurde mit ihrem geerbten Vermögen die „Geschwister Balbierersche Stiftung“ gegründet, eine Stiftung für unbescholtene Witwen und Waisen, sowie eine Brautstiftung.

Alle diese Stiftungen verloren leider durch den WK I vollständig ihren Wert.

Die Balbiererstraße wurde 1902 ihnen zu Ehren benannt.

Weiterführendes bei fürthwiki

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Katharina Margaretha Salome Dengler

1796 – 22.01.1882

Denglerstraße, Fürth/Bay.

Fürth/Bay. ist bekannt für seine vielen großzügigen Stifter. Ihre Namen sind im Alltag präsent. Fürther können auf Anhieb ein paar aufzählen.

Bei den Stifterinnen sieht es anders aus, obwohl Straßen nach ihnen benannt wurden. Ob das daran liegt, dass sie nicht in Steine investiert haben?

Katharina Margaretha Salome Dengler 
Sie gründete die „Melchior und Katharina Magaretha Salome Dengler’sche Conformandienstiftung“ zur Unterstützung von Konfirmanden und verarmten Witwen.
Durch die beiden WK verlor das Stiftungsvermögen leider seinen Wert und wurde aufgelöst.

Die Denglerstraße wurde 1898 nach ihr benannt.

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Bella Rosenkranz

1921 – 2017

1938 in Fürth als angeblich jüdische Polin nach Polen deportiert. Weiter führt sie ihr Weg in die Sowjetunion. Sie überlebt mit viel Überlebenswillen, der Bereitschaft, jede sich bietende Gelegenheit beim Schopf zu packen und Neues zu lernen, Glück – und gelegentlich hilfsbereiten Menschen. Sie überlebt unmenschliche Behandlungen und Transporte, Schwerstarbeit Gulag, Gefängnisaufenthalte, … 1961 kann sie mit Hilfe des Roten Kreuzes nach Fürth zurückkehren .
Sie schrieb ihre Autobiographie „Bella – Odyssee einer Fürtherin in der Sowjetunion“. Sie engagierte sich in der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, half zugewanderten Juden beim Einleben in Deutschland, trat mit russischen und jüdischen Liedern auf, …

Mehr zu ihrer Biografie (hier) unter:
Margarete Buber-Neumann: Die Geschichte der Bella Rosenkranz (pdf)

2011 bekam sie den Ehrenbrief der Stadt Fürth.
Nach dem Bekanntwerden der Rolle des ehemals Fürther Archivdirektors Dr. A. Schwammberger während der NS-Zeit, speziell in Polen, beschloss der Fürther Stadtrat 2017, die nach ihm benannte Straße umzubenennen.
Seit 2018 heißt die Straße nun: Bella-Rosenkranz-Straße.

Mehr zum ganzen Themenkomplex hier

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Marie Juchacz

1879 – 1956

Bis 1913 arbeitete sie in verschiedenen Berufen, u.a. machte sie eine Lehre als Schneiderin. Nach der Trennung von ihrem Mann zog sie mit ihren beiden Kindern nach Berlin.

Sie gehörte zu den 37 Frauen, die 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt wurde. Am 19. Februar 1919 spricht sie dort als erste Frau/Parlamentarierin in einem deutschen Parlament.
Am 13. Dezember 1919 gründete sie mit weiteren Engagierten die AWO (Arbeiterwohlfahrt).

1935 floh sie über Frankreich nach New York. Dort gründete sie die Arbeiterwohlfahrt USA – Hilfe für die Opfer des Nationalsozialismus.

In vielen Städten sind Straßen nach ihr benannt, in Nürnberg ein Park.
1969 und 2003 wurde jeweils eine Briefmarke mit ihrem Portrait und ihrem Namen herausgegeben.