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נָעֳמִי nå‘åmî (I)

Einen besonderen Weg des Erinnerns beschreitet die Fürther Kulturpreisträgerin 2020 Gisela Naomi Blume:
Sie forscht, dokumentiert und veröffentlicht seit gut dreißig Jahren zum jüdischen Leben in Fürth/Bay. in den letzten 350 Jahren.
Ausführliche Informationen zu ihr und zu ihrer Arbeit im FN-Artikel vom 14.11.2020.

„Erinnern ist auch ein Teil von Kultur!“
„Was den Menschen in der Shoah angetan wurde, bleibt. Die Erinnerung nimmt keiner ab. Mein Bestreben war, heute ein positives Zeichen zu setzen.“
(G. N. Blume im FN-Artikel)

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erinnern

Je mehr ich nachdenke und Artikel aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen dazu lese, umso schwieriger wird es mir, den Vorgang des „Erinnerns“ knapp und zusammenfassend zu beschreiben.

Am besten zusammengefasst finde ich noch diese Beschreibung: „Erinnerung“ ist das (absichtliche oder unabsichtliche) „Abrufen“ von in verschiedenen Formen/Medien/Materialien gespeicherten Geschehnissen der Vergangenheit.

Aus biologischer Sicht ist „erinnern“ ein im Gehirn abgespeicherter Impuls, der sich mit rund 10.000 weiteren Nervenzellen vernetzt.

Kein Wunder, dass jede Erinnerung ein-malig und individuell ist.
Kein Wunder, dass es keine „objektiven“ Zeugen gibt.
Kein Wunder, dass es keine allumfassende Erinnerung geben kann, sondern nur Priorisierungen durch vorangegangene Vernetzungen.
Kein Wunder, dass Erinnerung auch manipulierbar ist.

Um so interessanter wird es dadurch, sich mit der individuellen und kollektiven Erinnerung einer Region – in unserm Fall der Metropolregion Nürnberg – zu beschäftigen.

Wie sehen diese Erinnerungen aus? Welche Prioritäten waren und sind der Region wichtig? Wie viele Gemeinsamkeiten gibt es in dieser (nur) geografisch eindeutig zu definierenden Region? Gibt es eine breite gemeinsame Erinnerungskultur trotz verschiedener geschichtlicher Erfahrungen der einzelnen Orte und Landschaften? Wie unterscheidet sich die Erinnerungskultur von Einzelpersonen von der der Region?
An welchen Themen können wir diese Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede festmachen?

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… aber schön wäre es schon!

zu lebenheißt nicht notwendigerweise
sichtbar zu sein heißt nicht notwendigerweise
gesehen zu werden heißt nicht notwendigerweise
erkannt zu werden heißt nicht notwendigerweise
anerkannt zu werden  heißt nicht notwendigerweise
höflich behandelt zu werdenheißt nicht notwendigerweise
fair entlohnt zu werden heißt nicht notwendigerweise
bekannt zu werden heißt nicht notwendigerweise
erinnert zu werdenheißt nicht notwendigerweise
gerne erinnert zu werden
aber schön wäre es schon!
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Ein Netz

Ein Netz ist eine schöne Sache. Es ist für seine Größe so schön leicht. Es gibt keine äußere Begrenzung, man kann immer weiter knüpfen. Ein Knoten hier – ein Knoten da – und dazwischen enorm viel Freiraum!

Und doch:
– ein Netz ist enorm belasstbar, egal ob dicke oder dünne Fäden sich verknüpfen, ob organische oder anorganische Fäden.
– ein Netz ist flexibel: je nach Situation dehnt es sich, verformt sich, zieht sich zusammen
– ein schadhafter Knoten zerstört nicht das Netz, wenn man ihn rechtzeitig verstärkt, repariert, neu verknüpft
– ein Netz kann, muss aber nicht ortsgebunden sein
– ein Netz ist leicht transportierbar, mit anderen Netzen verknüpfbar

Damit ein Netz nicht zerstört wird, müssen nur zwei Bedingungen beachtet werden:
– keine Missachtung! Keine Herablassung! Keine Gewalt!
– Die Freiräume müssen erhalten bleiben!

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sich vernetzen